Google Unternehmensprofil erstellen: Anleitung 2026

Wer lokal gefunden werden will, kommt am Google Unternehmensprofil nicht vorbei. Das Profil (früher bekannt als Google My Business) entscheidet darüber, ob du im Local Pack erscheinst, wenn jemand in deiner Stadt nach deiner Dienstleistung sucht. Kein anderes Werkzeug hat bei lokalem Traffic einen vergleichbaren Hebel. Dieser Artikel zeigt dir, wie du ein Google Unternehmensprofil erstellst, was nach dem Setup den größten Unterschied macht und welche Fehler zur Sperrung führen.

Auf einen Blick:

  • Das Profil erstellen und verifizieren dauert ca. eine Stunde, die Postkarte 5–14 Tage
  • Dienstleister ohne Ladenlokal wählen ein Einzugsgebiet statt einer sichtbaren Adresse
  • NAP-Konsistenz (Name, Adresse, Telefon) ist die technische Basis für gutes Ranking
  • Bewertungen sind der stärkste Rankingfaktor, den du aktiv beeinflussen kannst
  • Keyword-Stuffing im Firmennamen führt zuverlässig zur Profilsperre
  • Das Profil ist komplett kostenlos

Warum das Profil über deinen lokalen Traffic entscheidet

Wenn jemand in Essen nach einem Steuerberater sucht, sieht er zuerst den Local Pack: drei Einträge mit Karte, Bewertungen und direktem Anruf-Button. Darunter kommen erst die organischen Suchergebnisse. Wer im Local Pack auftaucht, gewinnt Klicks, bevor die eigene Website überhaupt geladen wird.

Das Google Unternehmensprofil ist die Datenbasis für diesen Local Pack. Google zieht daraus Name, Adresse, Öffnungszeiten, Kategorie und Bewertungen. Je vollständiger und konsistenter diese Daten sind, desto besser versteht Google dein Unternehmen und desto häufiger zeigt es dein Profil bei passenden Suchen.

Für Unternehmen ohne Profil erstellt Google oft automatisch einen Eintrag aus öffentlichen Quellen. Das ist schlechter als gar nichts: unvollständige Daten, keine Kontrolle, möglicherweise falsche Adresse. Das Profil selbst zu beanspruchen und zu pflegen ist daher Pflicht, kein Nice-to-have.

Wer ein Profil erstellen kann (und der Sonderfall Dienstleister)

Jedes Unternehmen mit echtem Kundenkontakt kann ein Profil anlegen. Google unterscheidet dabei zwei Grundtypen:

Ladengeschäft oder Büro mit Kundenverkehr: Du gibst deine vollständige Adresse an. Sie wird öffentlich auf der Karte angezeigt. Kunden können zu dir navigieren.

Dienstleister ohne Kundenverkehr am Standort: Das betrifft Handwerker, Coaches, Freelancer, Berater und viele B2B-Dienstleister. Hier wählst du die Option „Ich liefere Waren und Dienstleistungen zu meinen Kunden“ und definierst ein Einzugsgebiet, zum Beispiel mehrere Städte oder Postleitzahlen. Deine genaue Adresse bleibt ausgeblendet.

Dieser Unterschied ist wichtig. Wer als Dienstleister eine Adresse einträgt, die für Kunden nicht zugänglich ist, riskiert eine Profilsperre. Google prüft genau, ob die angegebene Adresse zum Unternehmenstyp passt.

Google Unternehmensprofil erstellen: 6 Schritte

Schritt 1: Google-Konto verwenden

Du brauchst ein Google-Konto. Am sinnvollsten ist eine geschäftliche Adresse, zum Beispiel über Google Workspace. Falls du noch keines hast, lege eines unter accounts.google.com an.

Schritt 2: Profil anlegen

Gehe auf business.google.com und klicke auf „Profil erstellen“ oder suche in Google Maps direkt nach deinem Firmennamen. Falls bereits ein automatisch erstelltes Profil existiert, siehst du den Hinweis „Inhaber dieses Unternehmens?“. Dann beanspruche es statt ein neues anzulegen.

Schritt 3: Firmennamen und Kategorie eintragen

Trage deinen exakten Firmennamen ein, so wie er im Impressum steht. Wähle anschließend eine Hauptkategorie, die dein Angebot so präzise wie möglich beschreibt. Ein Steuerberater wählt „Steuerberater“, kein generisches „Unternehmensberatung“. Die Kategorie ist ein zentraler Rankingfaktor.

Schritt 4: Standort oder Einzugsgebiet festlegen

Ladengeschäfte tragen ihre vollständige Adresse ein. Dienstleister definieren ein Einzugsgebiet und lassen die Adresse ausblenden. Beide Varianten funktionieren für den Local Pack.

Schritt 5: Kontaktdaten eintragen

Telefonnummer und Website-URL eintragen. Die Telefonnummer sollte identisch sein mit der auf deiner Website. Die Website-URL muss zur Hauptdomain führen, nicht zu einer Unterseite.

Schritt 6: Verifizieren

Google stellt sicher, dass du wirklich der Inhaber bist. Die häufigsten Methoden:

  • Postkarte: Google schickt einen fünfstelligen Code an deine Geschäftsadresse. Dauer: 5–14 Tage. Die klassische Methode für neue Profile.
  • Video-Verifizierung: Du filmst kurz deinen Standort oder deine Ausrüstung. Google prüft das Video in der Regel innerhalb weniger Tage. Diese Methode ist 2025/2026 deutlich häufiger geworden.
  • Telefon oder E-Mail: Nur für Unternehmen, bei denen Google bereits Kontaktdaten kennt. Code kommt sofort.

Ohne abgeschlossene Verifizierung ist das Profil nicht öffentlich sichtbar.

Profil optimieren: Was wirklich rankt

Nach dem Setup kommt die Optimierung. Nicht alle Maßnahmen sind gleich wirksam. Hier ist die Reihenfolge nach Hebel:

1. Bewertungen aktiv einholen. Bewertungen sind der stärkste Rankingfaktor, den du selbst beeinflussen kannst. Bitte zufriedene Kunden direkt nach dem Abschluss um eine Bewertung. Sende ihnen den direkten Bewertungslink aus dem Dashboard. Antworte auf jede Bewertung, auch auf kurze positive. Das zeigt Aktivität und stärkt die Sichtbarkeit.

2. Profil vollständig ausfüllen. Google bevorzugt vollständige Profile messbar. Öffnungszeiten, Unternehmensbeschreibung (750 Zeichen, die ersten 250 werden direkt angezeigt), Dienstleistungen, Attribute wie „Barrierefrei“ oder „WLAN verfügbar“ und Fotos. Mindestens Logo, Titelbild und ein Außenfoto sollten vorhanden sein.

3. NAP-Konsistenz sicherstellen. NAP steht für Name, Adresse, Telefon. Diese drei Datenpunkte müssen überall exakt identisch sein: im Google Profil, im Impressum, in Branchenverzeichnissen. Ein Unterschied, etwa „Str.“ statt „Straße“ oder eine andere Telefonnummer im Footer, verwirrt den Google-Algorithmus und kostet Ranking.

4. Regelmäßig posten. Google Business Posts sind kurze Updates, die direkt im Profil erscheinen. Einmal pro Woche reicht. Der Inhalt ist sekundär, die Regelmäßigkeit zählt als Aktivitätssignal.

5. Local Business Schema auf der Website. Wer das Profil als Teil eines Systems betrachtet, bindet auf der eigenen Website strukturierte Daten im LocalBusiness-Format ein. Das verknüpft Profil und Website für Google maschinenlesbar. Das ist kein Pflicht-Schritt für den Start, aber ein starker Hebel für mittelfristiges Ranking.

Sperr-Risiken: Diese Fehler kosten dich das Profil

Google sperrt Profile, die gegen die Nutzungsrichtlinien verstoßen. Die häufigsten Gründe:

Keyword-Stuffing im Firmennamen. „Mustermann GmbH beste Elektriker Dortmund günstig“ verstößt direkt gegen die Richtlinien. Der Firmenname muss dem offiziellen Impressum entsprechen.

Falsche Adresse für Dienstleister. Ein mobiler Hundetrainer, der eine Privatadresse als Ladengeschäft einträgt, kann gesperrt werden. Die Adresse muss dem tatsächlichen Unternehmenstyp entsprechen.

Gefälschte Bewertungen. Bewertungen kaufen, von Mitarbeitern schreiben lassen oder Kunden mit Rabatten für positive Bewertungen belohnen verstößt gegen die Richtlinien. Google erkennt Muster und handelt.

Doppelte Profile für denselben Standort. Wer versehentlich zwei Profile für dasselbe Unternehmen anlegt, riskiert eine manuelle Überprüfung. Prüfe vorher, ob bereits ein automatisch erstelltes Profil existiert.

Bei einer Sperrung informiert Google per E-Mail. Du kannst die Verstöße korrigieren und eine Überprüfung beantragen. Die Bearbeitung dauert mehrere Wochen.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Google Unternehmensprofil? Das Erstellen und Pflegen ist komplett kostenlos. Google Ads sind ein separates Werbeprodukt und freiwillig.

Benötige ich ein Google-Konto? Ja. Du brauchst ein Google-Konto, um das Profil zu erstellen und zu verwalten. Eine Gmail-Adresse reicht, ein Google-Workspace-Konto mit eigener Domain ist professioneller.

Wie lange dauert es, bis mein Unternehmen sichtbar ist? Nach erfolgreicher Verifizierung ist das Profil in der Regel innerhalb von 24–72 Stunden sichtbar. Bis zur Verifizierung per Postkarte können 5–14 Tage vergehen.

Was besagt die Google-20%-Regel? Google erlaubt es, das Einzugsgebiet auf maximal den zweifachen Radius der eigentlichen Fahrstrecke auszuweiten. Wer 20 km weit fährt, darf kein Einzugsgebiet von 200 km angeben. Profile mit unrealistisch großem Einzugsgebiet werden schlechter eingestuft.

Kann ich das Profil auch ohne Website erstellen? Ja. Eine Website ist sinnvoll, aber keine Pflicht. Für den Start reicht das Profil allein.

Wie bekomme ich mehr Google-Bewertungen? Schicke zufriedenen Kunden den direkten Bewertungslink aus dem Dashboard. Der beste Zeitpunkt ist direkt nach einem positiven Abschluss. Keine Belohnungen für Bewertungen anbieten.

Fazit

Ein Google Unternehmensprofil erstellen ist in einer Stunde erledigt, aber kein Einmalvorgang. Das Profil ist die Basis deiner lokalen Sichtbarkeit: vollständig aufsetzen, verifizieren, NAP-Konsistenz sichern, Bewertungen aktiv einholen und das Profil als laufenden Prozess verstehen. Wer das tut, hat den größten lokalen SEO-Hebel aktiviert, der ohne Budget verfügbar ist.

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