Eine Website-Analyse ist die systematische Prüfung, wie gut deine Seite gefunden wird, technisch funktioniert und Besucher zu Anfragen führt. Du brauchst dafür kein bezahltes Tool. Die Google Search Console, Google Analytics 4 und PageSpeed Insights liefern die wichtigsten Daten kostenlos. Entscheidend ist die Reihenfolge, in der du prüfst.
Auf einen Blick:
- Sieben Schritte: Messung, Sichtbarkeit, Indexierung und Technik, Ladezeit, Inhalte, Links, Conversion
- Kostenlose Tools reichen für die Bestandsaufnahme
- Ein Tool zeigt Symptome, es gewichtet sie nicht
- Für die Priorisierung nach Wirkung auf Anfragen lohnt sich ein professioneller SEO-Audit
Die Top-Ergebnisse bei Google für diese Suche sind meist Ein-Klick-Checks wie der Seobility SEO-Check oder der Website-Check von IONOS. Sie sind nützlich für einen ersten Überblick. Sie prüfen aber nur, was sich automatisch von außen messen lässt. Ob deine Seite die richtigen Suchanfragen bedient und ob daraus Kontakte entstehen, sagt dir kein Automat. Dieser Artikel zeigt dir, wie du das selbst herausfindest.
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Was brauchst du, bevor du eine Website analysierst?
Lege vor dem ersten Klick fest, was die Website leisten soll. Bei einem B2B-Unternehmen ist das selten „mehr Besucher”, sondern meistens Anfragen, Demo-Buchungen oder Downloads. Schreibe dir zwei bis drei Zielaktionen auf. Alles, was du später prüfst, bewertest du an ihnen.
Dazu brauchst du Zugang zu drei kostenlosen Werkzeugen:
- Google Search Console: zeigt, wie Google deine Seite sieht. Eine Erklärung findest du im Glossar unter Google Search Console.
- Google Analytics 4 (GA4): zeigt, was Besucher auf deiner Seite tun.
- Bing Webmaster Tools: liefert die gleiche Art von Daten für Bing. Du kannst deine Search-Console-Property dort importieren.
Ohne diese Zugänge gibt es keine belastbare Analyse, nur Vermutungen. Wenn GA4 noch nicht läuft, ist das der erste Punkt auf deiner Liste, denn Daten lassen sich nicht rückwirkend erheben.
Schritt 1: Wie stellst du sicher, dass du richtig misst?
Prüfe zuerst, ob die Messung stimmt. Eine Analyse auf falschen Daten führt zu falschen Entscheidungen.
Checkliste Messung:
- Ist GA4 auf allen Seiten eingebunden, auch auf Landingpages und im Blog?
- Sind Zielaktionen als Ereignisse (Key Events) definiert, zum Beispiel Formular abgeschickt oder Termin gebucht?
- Ist die Search Console für die richtige Property verifiziert (Domain-Property deckt alle Varianten ab)?
- Ist die Bing-Anbindung eingerichtet?
- Zählt dein eigener Traffic mit? Interne Besuche verfälschen bei kleinen Websites die Zahlen deutlich.
Öffne in GA4 den Echtzeitbericht, rufe deine Seite in einem zweiten Tab auf und schau, ob der Besuch erscheint. Löse dann selbst dein Formular aus. Erscheint das Ereignis nicht, misst du deine wichtigste Zahl nicht.
Schritt 2: Wie sichtbar ist deine Website bei Google?
Die Search Console beantwortet die Frage, für welche Suchanfragen Google deine Seite anzeigt und wie oft Nutzer darauf klicken. Öffne den Bericht „Leistung” und stelle den Zeitraum auf die letzten drei bis zwölf Monate.
Vier Kennzahlen lesen sich hier:
- Impressionen: wie oft deine Seite in den Suchergebnissen erschienen ist. Die genaue Definition steht unter Impressionen.
- Klicks: wie oft jemand darauf geklickt hat.
- CTR: Klicks geteilt durch Impressionen.
- Durchschnittliche Position: ein Mittelwert über alle Anfragen, den du nie ohne Blick auf die einzelne Suchanfrage interpretieren solltest.
Worauf du achtest:
- Seiten mit vielen Impressionen und kaum Klicks. Die Seiten erscheinen, überzeugen aber nicht. Meist sind Title und Meta Description zu unspezifisch, oder die Seite rankt auf einem Platz, auf dem kaum jemand klickt.
- Suchanfragen auf Position 8 bis 20. Für diese Anfragen ist die Seite thematisch relevant, aber noch nicht stark genug. Hier lohnt eine gezielte Optimierung des Inhalts.
- Wichtige Seiten ohne Impressionen. Kein Eintrag im Bericht heißt, dass Google die Seite entweder nicht kennt oder für keine Anfrage anzeigt.
- Anfragen, die zu deinem Angebot nicht passen. Sichtbarkeit für falsche Begriffe bringt keine Anfragen. Ein Freelancer-Blog kann zum Beispiel Impressionen für „Traffic kaufen” haben und trotzdem null passende Leads.
Achte auf Trends statt auf Einzelwerte. Vergleiche die letzten drei Monate mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. So siehst du, ob Sichtbarkeit wächst, stagniert oder sinkt.
Schritt 3: Ist deine Website richtig indexiert?
Eine Seite, die nicht im Google-Index steht, kann nicht ranken. Diesen Schritt überspringen viele, weil er technisch klingt. Er lässt sich mit der Search Console gut prüfen.
Checkliste Indexierung und Technik:
- Bericht „Seiten” (Indexierung): Wie viele Seiten sind indexiert, wie viele nicht? Lies bei den nicht indexierten Seiten den angegebenen Grund. Nicht jede ausgeschlossene Seite ist ein Fehler, zum Beispiel Filter- oder Archivseiten.
- URL-Prüfung: Gib eine wichtige URL ein. Die Search Console zeigt, ob sie indexiert ist und welche Version Google als kanonisch ansieht.
- Sitemap: Ist sie eingereicht und ohne Fehler eingelesen? Eine Anleitung findest du unter Sitemap erstellen.
- robots.txt: Rufe
deine-domain.de/robots.txtauf. Steht dort eine Sperre für Bereiche, die ranken sollen? - Canonical-Tags: Zeigen sie auf die richtige URL? Fehlerhafte Angaben führen dazu, dass Google eine andere Version bevorzugt. Details im Glossar unter Canonical-Tag.
- Statuscodes und Weiterleitungen: Liefern wichtige Seiten den Code 200? Führen alte URLs per 301 auf die neue Adresse? Nach einem Relaunch ist das der häufigste Verlustpunkt. Alte URLs mit Rankings, die jetzt einen 404-Fehler liefern, verschenken ihre Sichtbarkeit.
Für einen Crawl der ganzen Domain nimmst du Screaming Frog. Die kostenlose Version ist auf eine begrenzte Zahl an URLs beschränkt, reicht aber für kleine bis mittlere Websites. Sie listet Statuscodes, Weiterleitungsketten, fehlende Titles, doppelte Überschriften und Canonical-Angaben auf einen Blick.
Schritt 4: Wie schnell lädt deine Website?
Ladezeit prüfst du mit PageSpeed Insights. Das Tool zeigt zwei Datenquellen: Felddaten echter Nutzer (sofern genug Besucher vorhanden sind) und Labordaten aus einem Testlauf. Verlasse dich bei Abweichungen auf die Felddaten, weil sie die echte Nutzung abbilden.
Google bewertet Nutzererfahrung mit den Core Web Vitals. Die offiziellen Grenzwerte für „gut” lauten:
| Kennzahl | Was sie misst | Wert für „gut” |
|---|---|---|
| LCP (Largest Contentful Paint) | Ladezeit des größten sichtbaren Elements | bis 2,5 Sekunden |
| INP (Interaction to Next Paint) | Reaktionszeit auf Klicks und Eingaben | bis 200 Millisekunden |
| CLS (Cumulative Layout Shift) | Verschieben von Inhalten beim Laden | bis 0,1 |
Prüfe mobil und am Desktop, und teste nicht nur die Startseite. Wähle eine Leistungsseite, einen Blogartikel und die Kontaktseite. In der Search Console findest du unter „Core Web Vitals” eine Übersicht, welche Seitengruppen als schlecht oder verbesserungswürdig eingestuft sind.
PageSpeed Insights nennt zu jedem Problem Empfehlungen, zum Beispiel zu großen Bildern oder blockierenden Skripten. Nicht jede Empfehlung lohnt den Aufwand. Bewerte, ob eine Seite mit vielen Besuchern und schlechtem Wert betroffen ist, bevor du Zeit investierst.
Schritt 5: Beantworten deine Inhalte die Suchanfrage?
Technik und Ladezeit sorgen dafür, dass eine Seite gefunden werden kann. Ob sie ranken sollte, entscheidet der Inhalt. Hier arbeiten Tools am wenigsten zuverlässig, weil es um Bedeutung geht.
Was du prüfst:
- Suchintention: Was will jemand, der diesen Begriff eingibt? Vergleiche die Top-Ergebnisse mit deiner Seite. Zeigt Google Anleitungen, Vergleichsseiten oder Anbieterseiten? Wie du das systematisch herausfindest, steht in Suchintention herausfinden.
- Kannibalisierung: Ranken mehrere deiner Seiten für dieselbe Anfrage? Filtere in der Search Console eine Suchanfrage und wechsle auf den Reiter „Seiten”. Erscheinen dort zwei oder mehr URLs, konkurrieren sie miteinander.
- Dünne Seiten: Seiten mit wenig eigenem Inhalt, die kaum Anfragen beantworten. Entscheide je Seite: ausbauen, zusammenführen oder entfernen.
- Title und Description: Enthält der Title das Haupt-Keyword und verspricht er, was die Seite liefert? Ist er für jede Seite einzigartig?
- Keyword-Abdeckung: Gibt es Themen, nach denen deine Zielgruppe sucht und für die du keine Seite hast? Die Methode dafür beschreibt die Keyword-Recherche.
- Wettbewerbsvergleich: Wer steht bei deinen wichtigsten Begriffen vor dir, und was machen diese Seiten anders? Das Vorgehen findest du in der SEO-Konkurrenzanalyse.
Lies deine wichtigsten Seiten wie ein Interessent, der dein Unternehmen nicht kennt. Wird nach zwei Absätzen klar, was du anbietest, für wen und mit welchem Ergebnis? Wenn nicht, hilft keine technische Optimierung.
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Schritt 6: Wie stark sind interne Links und Backlinks?
Interne Links verteilen Sichtbarkeit innerhalb deiner Website und zeigen Google, welche Seiten wichtig sind. Prüfe:
- Sind deine wichtigsten Seiten von mehreren anderen Seiten aus verlinkt?
- Gibt es Seiten, auf die keine interne Verlinkung zeigt (Waisenseiten)?
- Nutzen Links sprechende Ankertexte statt „hier klicken”?
- Führen interne Links auf Weiterleitungen oder 404-Seiten?
Screaming Frog zeigt dir eingehende und ausgehende interne Links pro URL. Besonders interessant ist die Frage, ob deine Leistungsseiten aus Blogartikeln heraus verlinkt sind, denn dort entsteht Nachfrage, die du zur Anfrage führen willst.
Backlinks sind Verweise anderer Websites auf deine. Kostenlos siehst du sie in der Search Console unter „Links”: verlinkende Websites, meistverlinkte Seiten und häufigste Ankertexte. Die Daten sind unvollständig, für eine erste Einschätzung aber ausreichend. Achte darauf, welche Seiten Links erhalten. Zeigen sie auf die Startseite oder auch auf Inhalte, die Anfragen bringen sollen? Ein vollständiges Backlink-Profil mit Wettbewerbsvergleich erfordert bezahlte Tools.
Schritt 7: Führt die Website Besucher zur Anfrage?
Sichtbarkeit ist nur ein Zwischenziel. Für B2B-Websites zählt, ob aus Besuchen Kontakte werden. Prüfe deshalb die Conversion-Elemente.
Checkliste Conversion:
- Hat jede wichtige Seite einen klaren nächsten Schritt (Call-to-Action) an sichtbarer Stelle?
- Funktioniert das Kontaktformular auf Mobilgeräten? Sendest du selbst eine Testanfrage und prüfst, ob sie ankommt?
- Wie viele Felder hat das Formular? Jedes zusätzliche Feld erhöht die Hürde, es auszufüllen.
- Sind Telefonnummer und E-Mail-Adresse klickbar?
- Wird jede Zielaktion in GA4 als Ereignis erfasst und einer Quelle zugeordnet?
- Welche Seiten führen in GA4 zu Anfragen, und welche Seiten mit viel Traffic führen nie zu einer?
Die letzte Frage ist die wichtigste der ganzen Analyse. Sie verbindet Sichtbarkeit mit Umsatz. Eine Seite mit 5.000 Impressionen und keiner Anfrage braucht eine andere Maßnahme als eine mit 300 Impressionen und drei Anfragen im Monat.
Was prüfen, womit, worauf achten: die Übersicht
| Was prüfen | Womit | Worauf achten |
|---|---|---|
| Messung | GA4, Search Console, Bing Webmaster Tools | Ereignisse für Zielaktionen, richtige Property, Echtzeit-Test |
| Sichtbarkeit | Search Console, Bericht „Leistung” | Impressionen ohne Klicks, Positionen 8 bis 20, falsche Suchanfragen |
| Indexierung | Search Console, „Seiten” und URL-Prüfung | Ausschlussgründe, Sitemap, robots.txt, Canonical |
| Technik | Screaming Frog (kostenlose Version) | Statuscodes, Weiterleitungsketten, doppelte Titles |
| Ladezeit | PageSpeed Insights, Core-Web-Vitals-Bericht | LCP, INP, CLS, Felddaten vor Labordaten |
| Inhalte | Search Console, eigene Prüfung der SERPs | Suchintention, Kannibalisierung, dünne Seiten |
| Links | Search Console „Links”, Screaming Frog | Waisenseiten, Ankertexte, Links auf Weiterleitungen |
| Conversion | GA4, eigener Test | Ereignisse, Formular mobil, Seiten ohne Anfragen |
Was zeigt ein Tool und was zeigt es nicht?
Kostenlose Analyse-Tools sind gut darin, Fakten zu erheben: Fehler, Werte, Verläufe. Sie sind schwach bei allem, was Urteilsvermögen verlangt.
Ein Tool zeigt dir:
- welche Seiten Fehler liefern, langsam sind oder keine Meta-Angaben haben
- für welche Anfragen Google deine Seite anzeigt
- wie sich Klicks und Besucher über die Zeit entwickeln
Ein Tool zeigt dir nicht:
- welches der 40 gefundenen Probleme dich am meisten Anfragen kostet
- ob deine Seite für die Begriffe sichtbar ist, mit denen deine Kunden wirklich kaufen
- ob dein Angebot im Vergleich zum Wettbewerb überzeugt
- in welcher Reihenfolge du Maßnahmen bei begrenztem Budget umsetzt
Eine automatische Prüfung meldet oft dutzende Warnungen, von denen die meisten keinen messbaren Effekt haben. Ohne Erfahrung fängst du dann an, Kleinigkeiten zu beheben, während das eigentliche Problem bestehen bleibt, zum Beispiel eine Seite, die eine völlig andere Suchintention bedient als die, für die sie ranken soll.
Wann lohnt sich ein professioneller SEO-Audit?
Die sieben Schritte oben schaffen Klarheit über den Ist-Zustand. Ein professioneller SEO-Audit lohnt sich, wenn du danach vor einer dieser Situationen stehst:
- Du hast viele Befunde und weißt nicht, womit du anfängst.
- Deine Sichtbarkeit sinkt, und du kennst die Ursache nicht.
- Ein Relaunch steht an oder ist gerade passiert.
- Du willst organisch Anfragen aufbauen und brauchst einen belastbaren Plan mit Reihenfolge.
Im SEO-Audit prüfe ich Technik, Inhalte, Suchintention und Wettbewerb und übersetze die Ergebnisse in eine strategische Roadmap für die nächsten 90 Tage: Was hat die größte Wirkung auf Anfragen, was folgt danach, was lässt du bewusst weg. Der SEO-Audit kostet ab 2.500 € netto, zzgl. USt., einmalig.
Ich habe den organischen Kanal bei einem B2B-SaaS-Unternehmen selbst von null aufgebaut: 10.000 organische Besucher und 100 bis 150 Leads im Monat, in zwei Jahren. Aus dieser Praxis weiß ich, welche Befunde in einer Analyse wichtig sind und welche du ignorieren kannst. Wenn du zuerst allgemein über den richtigen Weg sprechen willst, findest du auf der Seite zur SEO Beratung mein Vorgehen. Für Unternehmen, die ihren Wachstumskanal gezielt aufbauen wollen, gilt außerdem meine Sicht auf B2B SEO.
Wenn du eine Person suchst, die die Ergebnisse auch umsetzt, findest du meine Arbeitsweise unter SEO Freelancer. Die laufende Betreuung hat keine Mindestlaufzeit und ist monatlich kündbar.
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Wie prüfst du, ob eine fremde Website seriös ist?
Diese Frage stellen viele bei der Suche nach „Website analysieren”, sie hat aber nichts mit SEO zu tun. Kurz: Prüfe das Impressum auf vollständige Angaben, suche die Firma im Handelsregister und lies Bewertungen auf unabhängigen Plattformen. Mehr dazu steht in der FAQ unten.
Nächste Schritte nach der Analyse
Eine Analyse ist erst dann etwas wert, wenn du danach handelst. Gehe so vor:
- Sammle alle Befunde in einer Liste.
- Ordne jeden Befund einer Zielaktion zu: Betrifft er Seiten, die Anfragen bringen sollen?
- Behebe zuerst, was Indexierung und Erreichbarkeit betrifft. Ohne sie wirkt jede weitere Optimierung nicht.
- Optimiere danach Seiten, die bereits Impressionen haben, aber zu wenig Klicks oder Anfragen erzeugen.
- Miss nach vier bis acht Wochen erneut in der Search Console.
Wiederhole die Analyse zweimal im Jahr und nach jeder größeren Änderung an der Website.