Google Ads lohnen sich für Immobilienmakler, wenn du Eigentümer erreichen willst, die gerade aktiv nach einem Makler oder einer Immobilienbewertung suchen. Sie lohnen sich nicht, wenn Landingpage und Tracking fehlen oder du nur auf Klicks schaust statt auf Mandate. Dieser Artikel zeigt, wie eine Kampagne für Makler aufgebaut ist, wie du das Tracking einrichtest und welche Fehler Budget kosten.
Das Wichtigste vorab
- Google Ads funktionieren für Makler vor allem bei Verkäufer- und Bewertungs-Suchen mit Ortsbezug.
- Eine eigene Landingpage mit Immobilienbewertung schlägt die Startseite als Anzeigenziel.
- Conversion-Tracking für Formular, Anruf und WhatsApp kommt vor der ersten Kampagne, nicht danach.
- Ein Lead ist noch kein Mandat. Miss, was nach der Anfrage passiert.
- Klickpreise sind keine feste Größe. Wie sich die Kosten zusammensetzen, steht im Artikel zu den Google Ads Kosten.
Wann sich Google Ads für Makler lohnen und wann nicht
Google Ads sind Suchmaschinenwerbung. Du erscheinst genau dann, wenn jemand einen Begriff wie „Immobilie verkaufen Essen“ eingibt. Das ist der Vorteil gegenüber Streuwerbung: Die Person hat ein konkretes Anliegen.
Der Haken: Jeder Klick kostet Geld, egal ob daraus eine Anfrage wird. Ob sich das rechnet, entscheidet die Mandatsrechnung:
- Wie viel Provision bringt ein typisches Mandat?
- Wie viele Anfragen werden zu einem Bewertungstermin?
- Wie viele Bewertungstermine werden zu einem Maklerauftrag?
Wenn du diese drei Zahlen aus deinem eigenen Geschäft kennst, weißt du, was eine Anfrage maximal kosten darf. Ohne diese Rechnung ist jedes Budget geraten.
Google Ads lohnen sich, wenn:
- du in einer Region arbeitest, in der genug Eigentümer nach Maklern oder Bewertungen suchen,
- deine Provision pro Mandat die Kosten für mehrere Anfragen trägt,
- du Anfragen schnell bearbeitest, am besten am selben Tag,
- du bereit bist, Tracking und Landingpage vor dem Start sauber aufzusetzen.
Google Ads lohnen sich eher nicht, wenn:
- du kaum Kapazität für neue Mandate hast,
- dein Einzugsgebiet sehr klein ist und die Suchmengen kaum Daten liefern,
- du keine Landingpage hast und die Anzeigen auf die Startseite schalten willst,
- du Ergebnisse in zwei Wochen erwartest. Ein Konto braucht Daten und Optimierung.
Ob Ads oder SEO für dich der bessere Start ist, klärt der Vergleich Google Ads oder SEO.
Suchintentionen: Wer sucht was?
Der häufigste Fehler im Makler-Konto ist die Vermischung unterschiedlicher Suchabsichten. Es gibt drei Gruppen, und jede braucht eigene Anzeigen und eine eigene Landingpage.
Verkäufer- und Eigentümer-Keywords
Das sind Suchen von Menschen, die verkaufen wollen oder darüber nachdenken: „Immobilie verkaufen“, „Haus verkaufen“, „Eigentumswohnung verkaufen“, „Makler“ jeweils mit Stadt oder Stadtteil. Hier ist die Absicht am klarsten und der Wert pro Anfrage am höchsten. Diese Gruppe ist der Kern einer Makler-Kampagne.
Bewertungs-Keywords
„Immobilienbewertung“, „Haus bewerten lassen“, „Wohnung Wert ermitteln“. Die Suchenden sind oft noch nicht entschieden zu verkaufen, aber sie sind im Prozess. Die kostenlose Bewertung ist ein niedrigschwelliger Einstieg und deshalb der wichtigste Lead-Magnet für Makler.
Rechne damit, dass in dieser Gruppe auch Menschen suchen, die nur neugierig sind, oder Online-Bewertungsportale, die genau diese Begriffe besetzen. Dein Vorteil: persönliche Einschätzung vor Ort, regionale Marktkenntnis. Das gehört in den Anzeigentext.
Käufer-Keywords
„Wohnung kaufen Essen“, „Haus kaufen“. Diese Begriffe werden von den großen Immobilienportalen stark besetzt. Für Makler lohnen sie sich meist nur punktuell, etwa für ein besonderes Objekt mit eigener Landingpage. Als Dauerkampagne zur Mandatsgewinnung sind sie selten die erste Wahl, weil sie Käufer ansprechen, aber keine Eigentümer.
Wenn dein Ziel mehr Mandate ist, konzentriere das Budget auf Verkäufer- und Bewertungs-Keywords. Für den Bereich Objektakquise im Ganzen gibt es einen eigenen Artikel: Immobilienmakler Akquise.
Kampagnenaufbau: So strukturierst du das Konto
Für den Start reichen Suchkampagnen. Display, YouTube und Performance Max kannst du später prüfen. Wer ohne Daten startet, gibt der Automatik wenig Grundlage.
Kampagnen und Anzeigengruppen trennen
Lege je eine Kampagne für Verkäufer-Keywords und für Bewertungs-Keywords an. Innerhalb der Kampagne gruppierst du nach Ort und Objektart, zum Beispiel „Haus verkaufen Essen“ und „Eigentumswohnung verkaufen Essen“. So passt die Anzeige zur Suche und die Landingpage zur Anzeige. Das wirkt sich auch auf den Qualitätsfaktor aus.
Lokale Ausrichtung
Makler arbeiten lokal, also solltest du das Gebiet eng ziehen. Zielgebiete setzt du über Orte, Postleitzahlen oder einen Radius. In den Standorteinstellungen ist wichtig, ob du Personen in deinem Zielgebiet oder auch Personen mit Interesse an diesem Gebiet ansprichst. Bei einem Eigentümer, der in Essen eine Wohnung vermietet und selbst in München lebt, kann Letzteres sinnvoll sein. Prüfe regelmäßig im Bericht, aus welchen Orten die Klicks kommen.
Anzeigen und Assets
Der Anzeigentext entscheidet darüber, ob der Klick kommt. Konkret statt allgemein:
- Nutze Ort und Leistung im Text: „Immobilie in Essen verkaufen“.
- Nenne einen klaren Nutzen: kostenlose Bewertung, persönliche Beratung, Rückmeldung am selben Werktag, aber nur, wenn du das wirklich einhältst.
- Setze einen Handlungsaufruf: „Bewertung anfragen“.
Dazu kommen Zusatzinformationen, in Google Ads heute Assets genannt (früher Anzeigenerweiterungen): Sitelinks zu Bewertung, Ratgeber und Kontakt, Zusatzinformationen zu Leistungen, ein Anruf-Asset mit deiner Telefonnummer und ein Standort-Asset, das mit deinem Google Unternehmensprofil verknüpft ist. Wie du dieses Profil pflegst, steht in Google Unternehmensprofile optimieren. Bewertungen aus dem Profil stärken auch deine Anzeigen indirekt, weil sie Vertrauen schaffen. Wie du sie bekommst: Kunden um Bewertungen bitten.
Negative Keywords
Negative Keywords schließen Suchen aus, die du nicht willst. Bei Maklern sind das typischerweise:
- Mieter-Suchen („Wohnung mieten“, „Mietwohnung“), wenn du nicht vermietest
- Jobsuchen („Makler Ausbildung“, „Makler Gehalt“, „Immobilienkaufmann“)
- Privatverkauf-Suchen ohne Makler („ohne Makler verkaufen“)
- Portal- und Markennamen, die du nicht anspringen willst
- Suchen außerhalb deines Gebiets
Prüfe den Suchbegriffe-Bericht in den ersten Wochen mindestens wöchentlich. Dort siehst du, welche tatsächlichen Suchen deine Anzeige ausgelöst haben, und ergänzt die Liste laufend.
Gebotsstrategie
Am Anfang fehlen Conversion-Daten. Starte deshalb kontrolliert, zum Beispiel mit einer Strategie auf Klick- oder Conversion-Basis, und stelle erst auf Ziel-Kosten pro Conversion um, wenn genügend Conversions vorliegen. Eine Gebotsstrategie ist nur so gut wie die Daten, die du ihr gibst. Das führt direkt zum Tracking.
Die Landingpage: Immobilienbewertung als Lead-Magnet
Die Landingpage ist der Hebel mit der größten Wirkung auf deine Kosten pro Anfrage. Eine gute Anzeige auf eine schlechte Seite verschenkt den bezahlten Klick.
Was die Seite leisten muss:
- Ein Ziel: Bewertung anfragen. Keine Navigation zu zehn anderen Themen.
- Klares Versprechen im Header: „Was ist Ihre Immobilie in Essen wert? Kostenlose Bewertung vom lokalen Makler“, mit deinem Gebiet und deinem Gesicht.
- Kurzes Formular: Adresse oder Ort, Objektart, Name, Kontakt. Jedes zusätzliche Feld kostet Anfragen. Weitere Details klärst du im Gespräch.
- Vertrauen: Google-Bewertungen, echte Referenzen, Einblick in deinen Ablauf. Erfinde nichts. Ein einziger echter Satz eines Kunden wirkt stärker als drei allgemeine Floskeln.
- Mehrere Wege zur Anfrage: Formular, Anruf und WhatsApp, auf dem Handy mit gut klickbaren Buttons.
- Ladezeit und Mobilansicht: Ein Großteil der Besucher kommt über das Smartphone.
Eine Bewertungs-Landingpage ist kein Ersatz für die Beratung. Sie ist der Einstieg. Wie du aus Eigentümer-Kontakten systematisch Mandate machst, liest du in Immobilienmakler Kunden gewinnen.
Kosten: Womit du rechnen solltest
Eine seriöse Zahl für „Google Ads für Makler kosten X Euro“ gibt es nicht, weil Klickpreise vom Ort, vom Wettbewerb, von der Qualität der Anzeigen und von der Tageszeit abhängen. Die Kosten setzen sich aus drei Teilen zusammen: den Klickkosten, die du an Google zahlst, deinem Aufwand oder dem Honorar für die Betreuung und der Landingpage samt Tracking.
Wie das im Detail aussieht, was ein sinnvolles Einstiegsbudget ist und wie die Betreuung abgerechnet wird, erkläre ich im Artikel Google Ads Kosten. Für dich als Makler zählt vor allem eine Kennzahl: Was darf mich eine Anfrage und was ein Mandat kosten? Rechne rückwärts von der Provision, nicht vorwärts vom Klickpreis. Und plane eine Testphase ein: Ein neues Konto lernt, und die ersten Wochen liefern Daten, keine Bestwerte.
Tracking einrichten: Das gehört vor die erste Kampagne
Ohne Tracking siehst du nur Klicks und Kosten. Du weißt nicht, welche Keywords Anfragen bringen, und die Gebotsstrategie von Google kann nicht lernen. Tracking ist deshalb kein Extra, sondern die Grundlage. Ich richte dieses Tracking auch für meine Kunden ein, inklusive Consent Mode, und lege das Messkonzept fest, bevor die erste Kampagne live geht.
Was du messen solltest
- Formular-Anfrage: Das abgeschickte Bewertungs- oder Kontaktformular. Gemessen wird erst die Bestätigung nach dem Absenden, nicht der Klick auf den Button.
- Telefonanruf: Der Klick auf die Telefonnummer (tel:-Link) auf der Seite. Zusätzlich kannst du Anrufe direkt aus der Anzeige über das Anruf-Asset als Conversion erfassen.
- WhatsApp-Kontakt: Der Klick auf den WhatsApp-Button. Er ist ein eigenes Ereignis, weil der Klick selbst die Absicht zeigt, auch wenn die Nachricht außerhalb deiner Website landet.
Wie das technisch läuft
- Du setzt den Google Tag Manager auf der Website ein und definierst Ereignisse für Formular, Anruf-Klick und WhatsApp-Klick.
- Diese Ereignisse sendest du an GA4 und markierst sie dort als Schlüsselereignisse.
- Für Google Ads legst du pro Ereignis eine Conversion an, entweder über den Conversion-Tag im Tag Manager oder über den Import aus GA4. Wichtig ist, dass du nicht dieselbe Anfrage doppelt zählst.
- Mit Enhanced Conversions for Leads kannst du die Zuordnung verbessern, wenn Nutzer ihre Daten im Formular angeben. Dafür braucht es eine saubere Einwilligung und eine datenschutzkonforme Verarbeitung.
- Der Consent Mode sorgt dafür, dass Tags erst nach Einwilligung Daten senden und fehlende Daten möglichst gut modelliert werden. Er ersetzt keinen Cookie-Banner, sondern ergänzt ihn.
Hauptconversion und Nebenconversion trennen
Nicht jedes Ereignis ist gleich viel wert. Eine abgeschickte Bewertungsanfrage ist stärker als ein WhatsApp-Klick. Lege fest, welche Conversions die Gebotsstrategie optimieren soll, und halte schwächere Signale als Beobachtung bereit.
Vom Lead zum Mandat
Der wichtigste Schritt für Makler: Die Anfrage ist nicht das Ziel, das Mandat ist es. Notiere in deinem CRM oder in einer einfachen Tabelle, welche Anfrage zum Bewertungstermin und welche zum Auftrag wurde. Mit dem Google-Klick-Identifikator (GCLID) kannst du solche Abschlüsse später als Offline-Conversion in Google Ads importieren. Dann lernt das Konto nicht nur auf Formulare, sondern auf echte Mandate. Fang mit der manuellen Auswertung an, wenn du kein CRM hast.
Mehr zu meinem Vorgehen bei Kampagnenaufbau und Messung findest du auf der Seite zur Google Ads Beratung.
Rechtliche Hinweise (keine Rechtsberatung)
Das ist keine Rechtsberatung. Lass Details von einem Anwalt oder deiner Rechtsabteilung prüfen. Diese Punkte solltest du im Blick haben:
- Consent und Datenschutz: Tracking-Tags und Remarketing brauchen in der Regel eine Einwilligung über ein Cookie-Banner. Datenschutzerklärung und Banner müssen zu dem passen, was tatsächlich eingebunden ist.
- Anzeigeninhalte: Werbeaussagen müssen stimmen. Bei Immobilienanzeigen gelten besondere Pflichtangaben, zum Beispiel zum Energieausweis. Aussagen wie „Bester Makler“ oder „günstigste Provision“ können als irreführend gelten, wenn du sie nicht belegen kannst.
- Marken und Namen: Fremde Markennamen in Anzeigentexten oder als Keywords können Streit auslösen. Prüfe das vor dem Start.
- Pflichtangaben auf der Landingpage: Impressum und Datenschutz müssen von dort aus erreichbar sein.
Typische Fehler bei Google Ads für Makler
- Anzeigen auf die Startseite: Besucher finden die Bewertung nicht und springen ab.
- Kein Tracking: Du optimierst auf Klicks statt auf Anfragen.
- Zu breites Gebiet: Das Budget läuft in Orte, in denen du keine Objekte betreust.
- Keine Negative Keywords: Mieter, Jobsuchende und Privatverkäufer verbrauchen das Budget.
- Käufer- und Verkäufer-Keywords gemischt: Die Anzeige passt für keine Gruppe richtig.
- Zu langsame Reaktion: Wer erst nach Tagen antwortet, verliert Anfragen an den nächsten Makler, der schneller ist.
- Google-Empfehlungen blind übernehmen: Automatische Vorschläge dienen oft dem Ausgabenwachstum, nicht deinem Ziel.
- Zu früh aufgeben: Eine Kampagne braucht eine Testphase, bevor du sie bewertest.
Fazit: Google Ads sind ein Hebel, kein Ersatz für ein System
Google Ads bringen Makler schnell sichtbare Anfragen, wenn die Reihenfolge stimmt: erst Mandatsrechnung, Landingpage und Tracking, dann Kampagne, dann Optimierung auf echte Mandate. Als Ergänzung brauchst du eine stabile Basis aus Google Unternehmensprofil, lokaler Sichtbarkeit und Empfehlungen. Einen Überblick über alle Kanäle gibt dir Werbung für Immobilienmakler.
Wenn du Google Ads aufbauen oder eine laufende Kampagne prüfen lassen willst, schau dir meine Google Ads Beratung oder das Angebot als Google Ads Freelancer an. Gerade für Betriebe mit regionalem Einzugsgebiet gibt es zusätzlich die Seite zu Google Ads für lokale Unternehmen. In einem ersten Gespräch klären wir, ob sich Google Ads für dein Gebiet rechnen, und ich richte das Tracking so ein, dass du am Ende Mandate statt nur Klicks misst. Schreib mir über die Kontaktseite.